Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung

Risikoeinschätzung nach § 8a SGB VIII und § 4KKG

Bei Anzeichen für die Gefährdung eines Kindes sind die Mitarbeiter der freien Jugendhilfe nach § 8a SGB VIII und Lehrerinnen und Lehrer öffentlicher Schulen nach § 4 KKG verpflichtet, das Gefährdungsrisiko abzuschätzen. Der Gesetzgeber gibt dabei vor, dass eine "insofern erfahrene Fachkraft" - eine Kinderschutzfachkraft - einbezogen wird. 

 

Diese Kinderschutzfachkräfte können beim Kinderschutzbund Westkreis Offenbach e.V. kostenfrei angefragt werden. Der Kinderschutzbund Westkreis Offenbach e.V. verfügt über jahrzehntelange Erfahrung auf diesem Gebiet. Alle Mitarbeiter der Beratungsstellen sind zertifizierte Kinderschutzfachkräfte, die durch regelmäßige Intervision und Supervision ihr hohes fachliches Niveau sichern. Auch über die geforderte Gefährdungseinschätzung hinaus stehen die Mitarbeiter fallbegleitend zur Seite: Von der Arbeit mit dem Kind, der Gesprächsführung mit den Eltern bis zur Kooperation mit externen Stellen. 


So bereiten Sie eine Risikoeinschätzung gut vor:

  1. Zusammentragen der Unterlagen
    Bitte stellen Sie alle Unterlagen (Dokumentation, Risikoerfassungsbögen, Gesprächsprotokolle ...) zusammen, die zu einer Risikoeinschätzung beitragen können.
  2. Anonymisieren der Dokumentationen
    1. Wenn Sie elektronische Textdokumente haben, können Sie durch die Funktion <suche ... ersetzen> die Originalnamen ohne großen Aufwand anonymisieren.
    2. Wenn Sie Dokumente auf Papier haben, kopieren Sie diese und schwärzen Sie die Namen. Scannen Sie die Dokumente dann ein.
  3. Terminvereinbarung
    Nehmen Sie zu einem unserer Kollegen der Beratungsstellen Kontakt auf und vereinbaren Sie einen Termin zur Risikoeinschätzung. Es ist vorteilhaft, wenn zu diesem Termin auch die Mitarbeiter Ihrer Einrichtung teilnehmen können, welche die Dokumentationen mündlich ergänzen können.
  4. Zusendung der Unterlagen
    Schicken Sie dann die Dokumente nur an die Email-Adresse des Mitarbeiters, mit dem Sie den Termin vereinbart haben. (Bitte nicht die info@kinderschutzbund... - Adresse schicken!)

Wie kann eine §8a - Dokumentation aussehen?

Es gibt keine gesetzlichen Standards einer Dokumentation zum §8a, nur die Anonymisierung der Daten ist verbindlich vorgeschrieben. Viele Einrichtungen haben Vordrucke zur Dokumentation, jedoch ist die unten gezeigte beispielhafte Tabelle völlig ausreichend. 

Datum Beobachter Beobachtung
22.05.2015 Fr. X, Fr. Y  N. kommt in die Einrichtung nur mit T-shirt bei Außentemperatur 08° C.
26.-30.03.2015 Fr. Y  N. wirkt übernächtigt und müde, kann sich im Tagesveraluf kaum auf Angebote einlassen. Bei Grenzsetzung schnell weinerlich oder aggressiv. 
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Risikoerfassungsbögen

Ergänzend zur o.g. Dokumentation kann auch ein Risikoerfassungsbogen ausgefüllt werden. Allein reicht er oft nicht zur Risikoeinschätzung aus, kann aber eine sinnvolle Ergänzung sein. Hier finden Sie einige Beispiele: